Harley Davidson baut Motorräder in Indien und Brasilien

Der amerikanische Motorrad Hersteller Harley Davidson reagiert als erster auf die europäischen Importzölle. Die Vergeltungszölle der europäischen Union sind erst vor ein paar Tagen in Kraft getreten. Den amerikanischen Motorradhersteller trifft es besonders hart, die Importzölle auf deren Produkte sind von 6 auf 31 % gestiegen. Mit mehr als 40.000 verkauften Motorrädern letzten Jahres ist der europäische Markt für Harley-Davidson sehr wichtig.

Harley Davidson aus Brasilien

Motorräder der amerikanischen Marke gelten weltweit als Prestigeobjekte, die auch ohne die neuen Importzölle nicht billig sind. Die 25 % Mehrkosten will Harley-Davidson aber nicht an die Kunden weitergeben. Für das Unternehmen heißt das, dass ihre Einnahmen jetzt um 30-40 Millionen Dollar sinken werden. Nur so kann verhindert werden, dass der Preisunterschied der Motorräder aus den USA nichts abschreckt und dass die Kunden auf deutsche oder japanische Produkte umsteigen. Deshalb plant das Unternehmen jetzt die schon vorhandenen Werke in Brasilien, Indien und Thailand so aufzurüsten, dass dort Motorräder produziert werden können. Für die USA hieße das, dass wichtige Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden.

Genau das Gegenteil, was Präsident Trump mit seiner Außenhandelspolitik erreichen will. Harley-Davidson hat in den letzten Jahren schon mit einem signifikanten Verkaufsrückgang in den vereinigten Staaten gekämpft. Die Marke „Indian“ wurde von den kanadischen Bombardier Unternehmen übernommen und verkauft jetzt erfolgreich in den USA Motorräder.

Indian als lokale Konkurrenz für Harley

Indian war schon in den Entstehungsjahren von Harley-Davidson eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Mit den finanziellen Möglichkeiten des kanadischen Konzerns sind jetzt äußerst interessante Motorräder entstanden, die den Reiz der historischen Marke mit neuester Technologie kombinieren. Besonders in den letzten zwei Jahren haben viele Amerikaner Indian Motorräder gekauft, die genauso wie Harley-Davidson in den USA gebaut werden.

In wie weit sich die Produktion im Ausland auf die Qualität der Motorräder auswirken wird, werden wir sehen, wenn die ersten Harley-Davidson Motorräder in den Läden angeboten werden, die nicht das Schild „Made in the USA“ tragen.