Viele Motorrad-Fans wissen nicht, das Nürnberg einmal das Herz der deutschen, wenn nicht sogar der europäischen Motorradindustrie war. Zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und letztendlich die japanischen Motorradmarken beendeten die Geschichte von vielen innovativen Nürnberger Marken.

Ende des 1800. Jahrhunderts war Nürnberg für seine vielen Fahrradhersteller und die technischen Unternehmen bekannt. In den ersten Jahren des 1900. Jahrhunderts fingen einige Firmen an Motorrad Prototypen anzufertigen. Heute sind die Firmennamen wie Fafnir, Zedel und Motosacoche in Vergessenheit geraten. Hier einige der interessantesten Firmen:

Astoria

Das Unternehmen stellte die Astoria her, ein 289 Kubikzentimetern Zweitakt Motorrad, das nur mit einer Klotzbremse am Hinterrad ausgerüstet war, und mit einem Lederriemen angetrieben wurde. Das Motorrad belegte den ersten Platz bei den fränkischen Zuverlässigkeitsfahrten 1922.

Astoria war bis 1927 einer der größten Motorradhersteller in Nürnberg, mit bis zu 250 Mitarbeitern. Anscheinend wurde das Unternehmen 1928 von Bischof und Pedall übernommen.

Cockerell

Unter diesem Namen wurden Fahrräder mit Hilfsmotoren gebaut, mit Leistungen von bis zu 1,5 PS. Die kleinen Zweitaktmotoren mit 110 cm³ gab es luft- und wassergekühlt. Das Unternehmen stellte später auch noch Autos her, 1927 wurde die Produktion aber eingestellt.

Mammut

Unter dem Namen Mammut wurden einige interessante Motorräder in Nürnberg hergestellt. Die Produktion fing mit 198 cm³ großen Zweitaktmotoren an und später wurden auch Viertaktmotoren mit 250, 300 und 500 cm³ Hubraum hergestellt.

Ab 1928 baute das Unternehmen Motoren von verschiedenen englischen und Schweizer Firmen ein. 1933 wurde das Unternehmen geschlossen, obwohl mit den Mammut Motorrädern zwischen 1926 und 1932 einige erfolgreiche Wettbewerbe gewonnen werden konnten.

Maurer

In der Automobilfabrik von Ludwig Maurer wurden schon in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts Automobile gebaut, mit teilweise bis zu 400 Angestellten.

Der Erfinder Ludwig Maurer war sehr erfolgreich mit seinen Personenkraftwagen und Lastkraftwagen, wurde aber dann 1908 als Geschäftsführer seiner eigenen Firma enthoben.

Deswegen begann er in den zwanziger Jahren mit der Motorradproduktion. Seine Söhne führten das Unternehmen nach seinem Tod 1936 weiter, mussten aber 1971 auch das Unternehmen aufgeben.